Klezmer contra NPD - 1. Mai 2009 in Neu-Ulm

Dass die Ge­gen­de­mons­tra­tion am Bahn­hof Ulm al­les an­dere als ein Kin­der­ge­burts­tag war, ver­deut­li­chen diese bei­den Vi­deos. Schlag­stö­cke, Pfef­fer­spray, ab­ge­rich­tete Hunde, be­rit­tene Po­li­zis­ten und Was­ser­wer­fer wa­ren nö­tig, um die NPD-Demonstranten vor ih­ren Geg­nern ab­zu­schot­ten. Um hier keine Vor­ur­teile auf­kom­men zu las­sen; die links­ge­rich­te­ten De­mons­tran­ten wa­ren keine ho­mo­gene Gruppe, die man hätte als Au­to­nome de­klas­sie­ren kön­nen. Un­ter ih­nen wa­ren sehr viele nor­male Ju­gend­li­che, Kur­den und an­ge­hö­rige von lin­ken Par­teien. Nur ein klei­ner Teil der Ge­gen­de­mons­tran­ten setzte sich mit Fla­schen, Pfer­de­äp­fel (der Po­li­zei­pferde) und Stei­nen zur Wehr - auch Müll­con­tai­ner brann­ten. Ins­be­son­dere die Po­li­zis­ten, die mit Pfer­den in die Menge ge­rit­ten sind, wur­den an­ge­grif­fen. Eine Po­li­zis­tin wurde da­bei durch eine Fla­sche schwer ver­letzt.
Hätte die Po­li­zei nicht schon im Laufe des Ta­ges dut­zende Platz­ver­weise er­teilt und De­mons­tran­ten fest­ge­nom­men (min. 70) bzw. dau­er­haft ein­ge­kes­selt (Bahn­hof Ulm, Un­ter­füh­rung am Bahn­hof, Wein­hof), wäre es auch in Neu-Ulm zu er­heb­li­chen Aus­schrei­tun­gen ge­kom­men. Zwi­schen­zeit­lich flo­gen Pflas­ter­steine in Rich­tung des Ul­mer Po­li­zei­ge­bäu­des (Neues Bau). Die am Wein­hof ein­ge­kes­sel­ten muss­ten dort fünf Stun­den ver­har­ren, wäh­rend­des­sen Ver­tre­ter von am­nesty in­ter­na­tio­nal und Rechts­an­wälte mit den Ein­satz­kräf­ten verhandelten.

Trotz­dem blieb es in Neu-Ulm weit­ge­hend ru­hig. Wir ha­ben ver­sucht, die vor mei­nen WG mar­schie­ren­den Na­zis durch mas­sive Be­schal­lung mit jid­di­schen Klän­gen zu stö­ren. Zu­min­dest ver­stumm­ten ihre däm­li­chen Pa­ro­len und wir ern­te­ten ihr Lob in Form von bö­sen Bli­cken und Stin­ke­fin­gern - und das, ob­wohl diese Leute Mei­nungs­frei­heit de­mons­trier­ten (!!).

An­ge­sichts die­ser ver­hee­ren­den Ge­scheh­nisse meine ich, dass der Stadt Ulm durch ein Ver­bot der NPD-Demo nicht nur die Personen- und Sach­schä­den, son­dern auch die Kos­ten für Po­li­zei­ein­sätze und der nach­hal­tige Image­ver­lust bei den Bür­gern er­spart ge­blie­ben wä­ren. Ähn­lich ver­hält es sich mit dem Zen­trum von Neu-Ulm, in dem 50% der Bür­ger ei­nen so ge­nann­ten Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ha­ben. Pla­kate mit der Auf­schrift "Aus­län­der raus" ge­paart mit den schal­len­den Sprech­ge­sän­gen "Deutsch­land den Deut­schen" emp­finde ich als Gift für un­ser ge­sell­schaft­li­ches Zu­sam­men­le­ben. Sol­che Äuße­run­gen sind bei ei­ner öffent­li­chen De­mons­tra­tion in ei­nem über­mä­ßig von Mi­gran­ten be­wohn­ten Vier­tel nicht mehr durch die Mei­nungs­frei­heit (Art 5 GG) ge­deckt. Sie ge­fähr­den den öffent­li­chen Frie­den und sind so­mit als Volks­ver­het­zung an­zu­se­hen.
Mö­gen sich die Neu-Ulmer Bür­ger zu ei­ner Klage durchringen!

Posted by nise | Filed in nise81 | Comment now »Share this on del.icio.us Digg this! Share this on Facebook Share this on Technorati Tweet This!

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